Zürcher Eibe
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Forschung 2013_06

Zürcher Eibe

Am Zürcher Uetliberg liegt der letzte Schutzwald für Europäische Eiben, der 80’000 Bäume beherbergt. Einst war Eibe das bevorzugte Holz zur Herstellung von Langbögen. Heutzutage wird es wegen seines dichten Wuchses, der immergrünen Farbe seiner Nadeln und des unterhaltsarmen, langsamen Wuchses für Zierzäune und in der Formschnittgärtnerei benutzt. Eibe ist ein spezielles Holz mit einzigartigen Eigenschaften: Sein langsames Wachstum lässt sehr hartes Holz entstehen, es ist voller Knoten und Verdrehungen, sehr elastisch, der Farbunterschied zwischen Kern- und Splintholz ist beträchtlich und seine Toxizität macht es resistent gegen Fäulnis.

In den meisten Wäldern Europas ist die Eibe beinahe ausgestorben und steht unter striktem Artenschutz. Aus diesem Grund ist die Eibe aus dem internationalen Holzmarkt ausgeschieden und es gibt kein fixes Einsatzgebiet für dieses leistungsfähige Holz. Am Zürcher Uetliberg jedoch blieb ein so grosser Bestand erhalt, dass Eibenholz zu einem vernünftigen Preis erhältlich ist. Es wird für den Erhalt der Infrastruktur des Uetlibergs (z.B. Pfähle, Treppen, Zäune) eingesetzt, nicht aber für den Bau oder das Zimmerhandwerk. Somit kann Zürich eine verhältnismässig grosse Menge eines Holzes anbieten, das nirgendwo sonst auf den Markt gelangt.

Im Rahmen der Erweiterung des Werkhofs von Fahrländer Scherrer Architekten am Zürcher Albisgüetli konnten wir eine Eingangstüre sowie eine Balustrade beisteuern, bei der die einzigartigen Eigenschaften des Eibenholzes miteinbezogen wurden.

Ort Zürich
Im Rahmen von ETH Zürich, ITA, Professur Hovestadt, MAS CAAD Modul M7
Dozierende Hironori Yoshida, Christoph Schindler, Mathias Bernhard, Benjamin Dillenburger
In Zusammenarbeit mit Fahrländer Scherrer Architekten – Kaspar Fahrländer, Mira Habermann und Grün Stadt Zürich, Waldrevier Uetliberg – Willy Spoerri, Riccardo Dalla Corte
Teilnehmende Tanigaito Aki, Mark Baldwin, Yuko Ishizu, Jessica In, Tihomir Janjusevic, Joel Letkemann, Jiang Nan, Irene Prieler, David Schildberger, Demetris Shammas, Maria Smigielska, Nicolás Turu Miranda, Evi Xexaki, Achilleas Xydis
Christoph Schindler, Hannes Henz (Bilder)
Haus aus eigenem Anbau – Forstwerkhof Albisgüetli in Zürich von Fahrländer Scherrer.
In: Werk, Bauen und Wohnen 3–2014, S. 41–45